Operatives Behandlungsspektrum

Das Behandlungsspektrum der Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin umfasst:

Knie

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Aufgrund seiner Komplexität kann eine Vielzahl von unterschiedlichen Schädigungen auftreten. Unfallbedingte Verletzungen von Menisken, Knorpel und Bandstrukturen müssen zumeist einer operativen Behandlung unterzogen werden. Als Spätfolge solcher Kniebinnenschäden oder eigenständig altersbedingt, tritt der Verschleiß des Kniegelenks, die sog. Gonarthose, ein, die zu schmerzhaften Funktionseinschränkungen führen kann.

 Vordere Kreuzbandverletzung

Der Riss des vorderen Kreuzbandes (VKB-Ruptur) ist die häufigste schwere Bandverletzung des Kniegelenkes. Typische Ursache ist eine Kniegelenksverdrehung, z.B. beim Fußball, Handball, Skifahren oder im Rahmen eines Arbeitsunfalls. Ein solcher Kreuzbandriss beeinträchtigt nachhaltig die Kniegelenkstabilität. Wichtig ist zu erkennen, ob abgesehen vom vorderen Kreuzband weitere Strukturen des Kniegelenkes (Seitenbänder, Kapsel, Meniskus) betroffen sind.

Therapie und Operationsverfahren

Die Entscheidung für das individuell geeignete Therapieverfahren hängt von unterschiedlichen Parametern ab. Häufig liegen zusätzliche Begleitverletzungen des Kniegelenkes vor, die eine Operation erforderlich machen. Darüber hinaus spielen das Ausmaß der subjektiv verspürten Knieinstabilität sowie der eigene Aktivitätsanspruch eine wichtige Rolle. Bei störender Instabilität, hohem sportlichen Anspruch oder körperlich belastenden Berufen wird ein operativer Ersatz des vorderen Kreuzbandes empfohlen. Kreuzbandverletzungen bei Kindern sollten unbedingt operativ versorgt werden, um die drohenden Folgeschäden wie Meniskus- und Knorpelzerstörung zu vermeiden.

Die Operation des vorderen Kreuzbandes erfolgt arthroskopisch, d.h. minimal-invasiv in „Schlüssellochtechnik“. Zum Ersatz des Kreuzbandes werden körpereigene Sehnen entnommen, die über Knochenkanäle in das Kniegelenk eingebracht und an anatomischer Stelle fixiert werden. Als Transplantate haben sich die Kniebeugesehnen (Semitendinosus-, Gracilissehne) und die Quadricepssehne bewährt. In seltenen Fällen kann es auch erforderlich werden, sog. körperfremde „Spendersehnen“ zu verwenden.

Im Rahmen der Kreuzbandoperation werden begleitende Gelenkschäden, z.B. Knorpel- oder Meniskusverletzungen, mitbehandelt.

Nachbehandlung

Nach der Operation kann direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Das Kniegelenk wird zusätzlich passiv auf einer sog. Motorschiene (Continous Passive Motion, CPM) bewegt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage. Die Mobilisation erfolgt initial mit Unterarmgehstützen und einer Teilbelastung. Eine volle Belastung ohne Unterarmgehstützen ist meistens nach etwa 4-6 Wochen möglich. Zusätzlich erhalten die meisten Patienten zum Schutz des Gelenkes eine bewegliche Knieschiene (Orthese).

Der Zeitpunkt der vollen Sport- und Arbeitsfähigkeit ist individuell und abhängig von der Sportart/Beruf sowie koordinativer/muskulärer Fähigkeiten. Je nach Heilungsverlauf muss mit 9-12 Monaten (Sport) gerechnet werden. Leichterer Sport, wie z.B. Fahrradfahren oder Laufen, und wenig belastende berufliche Tätigkeiten sind jedoch auch schon nach ca. 3-4 Monaten möglich.

 Hintere Kreuzbandverletzung

Verletzungen am hinteren Kreuzband (HKB-Ruptur) sind seltener als vordere Kreuzbandverletzungen und werden daher leider häufig übersehen. Insbesondere bei schweren Knieverletzungen mit Beteiligung mehrerer Bänder ist das hintere Kreuzband häufig betroffen. Oftmals ereignen sich Verletzungen des hinteren Kreuzbandes im Rahmen von Knieanprallmechanismen als sog. „dashboard injury“ und treten dann in Kombination mit Frakturen des Oberschenkels oder Hüftgelenkes auf. Nicht selten sind auch die Seitenbänder des Kniegelenkes mitverletzt.

Therapie und Operationsverfahren

Isolierte Verletzungen des hinteren Kreuzbandes können bis auf wenige Ausnahmen mit gutem Erfolg ohne Operation (konservativ) behandelt werden. Hierzu wird das Kniegelenk in speziellen Knieschienen ruhig gestellt. Die begleitende Physiotherapie erfolgt nach einem gestaffelten Zeitplan in Bauchlage unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle.

Bei akuten, höhergradigen hinteren Kreuzbandverletzungen unter Beteiligung des Innen- oder Außenbandes sollte eine frühzeitige Operation innerhalb von 14 Tagen erfolgen, um die gerissenen Bandstrukturen zu stabilisieren. Bei chronischen (länger andauernden) Instabilitäten des hinteren Kreuzbandes erfolgt eine Ersatzoperation unter Verwendung eines körpereigenen Sehnentransplantates. Meistens können die Kniebeugesehnen (Semitendinosus-, Gracilissehne) verwendet werden. Die Operation erfolgt arthroskopisch, d.h. minimal-invasiv in „Schlüssellochtechnik“.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung bei einer Verletzung des hinteren Kreuzbandes ist im Vergleich zum vorderen Kreuzband langwieriger. Nach der Operation kann direkt mit Krankengymnastik in Bauchlage begonnen werden. Der Krankenhausaufenthalt dauert ca. 4-5 Tage. Die Mobilisation erfolgt mit Unterarmgehstützen und einer Teilbelastung für 6 Wochen in einer sog. Posterior-Tibial-Support-Schiene (PTS-Schiene). Diese muss 6 Wochen Tag und Nacht getragen werden. Danach kann weitere 6 Wochen tagsüber eine Knieschiene verwendet werden, die bereits aktive Bewegungen zulässt. Ab der siebten postoperativen Woche kann die Belastung gesteigert werden, sodass nach etwa 10 Wochen die volle Belastung ohne Unterarmgehstützen erreicht wird.

Der Zeitpunkt der vollen Sport- und Arbeitsfähigkeit ist individuell und abhängig von der Sportart/Beruf sowie koordinativer/muskulärer Fähigkeiten. Je nach Heilungsverlauf muss mit 9-12 Monaten (Sport) gerechnet werden. Leichterer Sport, wie z.B. Fahrradfahren oder Laufen, und wenig belastende berufliche Tätigkeiten sind jedoch auch schon nach ca. 4-5 Monaten möglich.

 Erneute Kreuzbandverletzung, fehlgeschlagene Kreuzbandoperation

Auch nach einer erfolgreich durchgeführten Kreuzbandoperation kann es bei einem entsprechenden Unfallmechanismus wieder zu einem Riss des transplantierten Kreuzbandes kommen.

Darüber hinaus kann eine Kreuzbandplastik auch ohne weiteren Unfall wieder instabil werden. Das wird als „Transplantatversagen“ bezeichnet. Solch ein Transplantatversagen kann vielfältige Ursachen haben, die genau analysiert werden müssen. Hierzu gehören nicht erkannte Seitenbandinstabilitäten, Meniskusverletzungen oder auch starke Abweichungen der Beinachse als „O-Bein“ oder auch „X-Bein“. Bevor eine erneute Kreuzbandoperation (Revisionskreuzbandplastik) erfolgen kann, müssen die bereits in der ersten Kreuzbandoperation angelegten Knochenkanäle durch eine Computertomographie untersucht werden.

Therapie und Operationsverfahren

In manchen Fällen kann die Revisions-Operation mit Entfernung des alten und Einbringen des neuen Kreuzbandtransplantates in einer Operation erfolgen. In anderen Fällen ist ein mehrstufiges Vorgehen anzuraten. In einer ersten Operation werden dabei das alte Transplantat – und ggf. die Befestigungsimplante – entfernt und die Bohrkanäle durch körpereigenen Knochen oder Spenderknochen aus einer Knochenbank wieder aufgefüllt. Erst in einem zweiten Eingriff nach 3-4 Monaten kann der erneute Kreuzbandersatz erfolgen (s. Therapie Vordere Kreuzbandverletzung).

Nachbehandlung

Nach der Operation kann direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Das Kniegelenk wird zusätzlich passiv auf einer sog. Motorschiene (Continous Passive Motion, CPM) bewegt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage. Die Mobilisation erfolgt initial mit Unterarmgehstützen und einer Teilbelastung. Eine volle Belastung ohne Unterarmgehstützen ist meistens nach etwa 4-6 Wochen möglich. Zusätzlich erhalten die meisten Patienten zum Schutz des Gelenkes eine bewegliche Knieschiene (Orthese).

Sollte zuerst eine Knochenauffüllung der Bohrkanäle erfolgt sein, wird die eigentliche „Kreuzbandoperation“ erst nach 3-4 Monaten durchgeführt. In diesem Zeitraum sollten keine kniebelastenden Sportarten/Tätigkeiten ausgeübt werden, um keine weitern Gelenkschäden zu provozieren. Leichte Sportarten, wie z.B. Fahrradfahren oder Schwimmen, sind jedoch erlaubt.

 Meniskusverletzung/-schaden

Verletzungen am Innen- oder Außenmeniskus können eine verschleißbedingte (degenerative) Ursache oder eine traumatische Ursache (z.B. Knieverdrehung beim Sport) haben bzw. als Begleiterkrankung anderer Verletzungen (z.B. Bandrupturen) auftreten.

Typische Symptome sind Schmerzen im Knie, die bei einem akuten Meniskusriss meist ganz plötzlich auftreten und sich bei degenerativen Veränderungen über einen längeren Zeitraum entwickeln. Teilweise ist das Kniegelenk nicht mehr uneingeschränkt beweglich („Knieblockade“) oder schwillt regelmäßig unter Belastung an.

Therapie und Operationsverfahren

Bei vielen Meniskusschäden ist ein operativer Eingriff notwendig. Insbesondere mit Bewegungseinschränkung und Gelenkblockaden einhergehende Meniskusrisse sollten zeitnah operiert werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Bei der Operation sollte so viel gesundes Meniskusgewebe wie möglich erhalten werden. Hierbei kommen nahezu ausschließlich arthroskopische, also minimal-invasive, Operationstechniken zur Anwendung. Wenn möglich, wird der Erhalt der Meniskussubstanz durch eine Naht sichergestellt. Irreparabel geschädigtes Meniskusgewebe wird sparsam beseitigt.

Nachbehandlung

Nach der Operation kann direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Meniskusoperationen können sowohl ambulant als auch im Rahmen eines kurzstationären Aufenthaltes – bei aufwendigen Rekonstruktionen – erfolgen. Nach einer Meniskusteilresektion sollte für wenige Tage eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen erfolgen.

Die Belastungsfähigkeit genähter oder refixierter Meniskusverletzungen richtet sich nach der Risslokalisation, -schwere und der Stabilität der Naht. In diesen Fällen ist eine Teilbelastung von 4-6 Wochen, teilweise auch mit eingeschränkter Beweglichkeit, in einer Knieschiene erforderlich. Auch die Sport- und Berufsfähigkeit richtet nach der Versorgungsart. Nach unproblematischer Meniskusteilentfernung wird die volle Sport- und Arbeitsfähigkeit nach 4-8 Wochen erreicht.

 Knorpelschaden

Es gibt verschiedene Ursachen der Knorpelschädigung. Häufig wird der Knorpel akut durch ein Unfallereignis, eine chronische Gelenkinstabilität oder allgemeinen Verschleiß (Arthrose) geschädigt und verursacht Schmerzen. Bei einer akuten Knorpelschädigung ist das Behandlungsziel, den eigenen Knorpel zu erhalten und – wenn erforderlich – durch eine Operation wieder im Gelenk zu befestigen. Bei schmerzhaften chronischen Knorpelschäden, kommen in Abhängigkeit vom Schädigungsausmaß verschiedene knorpelersetzende Therapieverfahren zur Anwendung.

Therapie und Operationsverfahren

Bei akuten Verletzungen (z. B. einer Patellaluxation) mit Aussprengung ganzer Knorpelstücke ist oft eine Refixation des Fragmentes möglich. Insbesondere bei jungen Patienten handelt es sich häufig um große Knorpel-Knochen-Stücke, die möglichst frühzeitig refixiert werden sollten, damit der körpereigene Knorpel gerettet werden kann.

Bei chronischen oder nicht reparablen Knorpelschäden wird eine knorpelersetzende Therapie erforderlich. In Abhängigkeit von der Größe des Knorpeldefektes und der Lokalisation kommen hierbei minimal-invasiv arthroskopische und offene (mini-open) Verfahren zum Einsatz. Kleinere Knorpeldefekte können durch ein knochenmarkstimulierendes Verfahren (Mikrofrakturierung/Nanofrakturierung) arthroskopisch behandelt werden. Dabei werden kleine Knochenbohrungen in den Knorpeldefekt gesetzt, damit durch einströmende Stammzellen ein Ersatzknorpel gebildet wird.

Bei größeren Knorpeldefekten wird zusätzlich zu den Knochenbohrungen eine spezielle Membran auf den Defekt gelegt (z.B. AMIC, HyaloFast), um die Knorpelbildung anzuregen. Tiefe Knorpel-Knochendefekte erfordern teilweise ein Unterfüttern des Defektes mit körpereigenem oder körperfremdem Knochen.

In wenigen Fällen ist eine Knorpel-Knochen-Transplantation (OATS) erforderlich, bei der Knorpel-Knochen-Zylinder an wenig belasteten Stellen des Kniegelenkes entnommen und anschließend in den Defekt eingebracht werden. Dieses Verfahren bietet sich bei Knorpelschäden bis ca. 1,5 cm² Größe an, wenn auch der unter dem Knorpel liegende Knochen eine Schädigung aufweist (z.B. bei einer Osteochondrosis dissecans).

Bei größeren Knorpelschäden (ab ca. 2,5 cm2) kommt die Knorpelzelltransplantation (ACT) zum Einsatz. Dabei werden in einem ersten Eingriff Knorpelzellen aus dem Kniegelenk entnommen und nach Anzüchtung und Vermehrung dieser Zellen im Labor nach ca. drei Wochen replantiert. Eingebracht in den Knorpeldefekt wird eine zähflüssige Knorpelzellsuspension, die aushärtet und aus der heraus sich neuer Knorpel bilden kann.

Nachbehandlung

Knorpeloperationen erfolgen überwiegend stationär. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 3-4 Tage. Es kann postoperativ direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Die Belastungsfähigkeit des Kniegelenkes hängt von der Lokalisation und Größe des therapierten Knorpelareals ab. Meistens ist eine 6-8 wöchige Teilbelastung oder sogar vollständige Entlastung erforderlich.

 Beinachsenfehlstellung

Kniegelenknahe Beinachsenfehlstellungen können angeboren sein oder z.B. durch einen Knochenbruch entstehen. Liegt eine stärkere O-Beinfehlstellung vor, kommt es zu einer schmerzhaften Überlastung der Kniegelenkinnenseite, bei einer X-Beinfehlstellung  zu einer Überlastung der Kniegelenkaußenseite. Die Folge kann eine verfrüht einsetzende schmerzhafte Arthrose sein.

Neben der schmerzhaften Überlastung des Knorpels kann eine kniegelenknahe Fehlstellung auch weitere Erkrankungen begünstigen, wie eine Instabilität der Kniescheibe, Meniskusläsionen oder ein Kreuzbandversagen nach Kreuzbandplastik.

Häufige Ziele der operativen Behandlung durch Beinachsenkorrektur (Osteotomie) sind:

·         eine Verminderung des Schmerzes und eine Verbesserung der Funktion des Kniegelenkes,

·         Vorbeugen einer frühzeitigen Arthrose-Entwicklung,

·         eine Verbesserung der Kniescheibenführung,

·         eine Vorbereitung einer Bandrekonstruktion am Kniegelenk.

Therapie und Operationsverfahren

Um die Druckbelastung im Kniegelenk gleichmäßig zu verteilen, ist bei höhergradiger Abweichung der Beinachse zu einem X- oder O-Bein eine Beinachsenkorrektur erforderlich. Zur genauen Analyse der Fehlstellung wird zunächst ein Röntgenbild als Ganzbeinstandaufnahme im Stehen angefertigt, um den Ort der knöchernen Fehlstellung am Ober- oder Unterschenkel festzustellen und die Korrektur entsprechend planen zu können.

Zur Beinachsenbegradigung wird dann im Rahmen einer Operation am Ober- oder Unterschenkelknochen der Knochen durch einen Sägeschnitt begradigt und zur korrekten Ausheilung mit einer Platte und Schrauben stabilisiert. Sollte eine zusätzliche stabilisierende Maßnahme am Kniegelenk erforderlich sein (z.B. Kreuzbandersatzplastik), wird diese dann in einem zweiten Eingriff nach Knochenheilung durchgeführt. In speziellen Fällen, können die Eingriffe auch in einer Operation kombiniert werden.

Nachbehandlung

Für eine gute Knochenheilung ist nach der Operation eine Teilbelastung für 4-6 Wochen an Unterarmgehstützen erforderlich. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 5-7 Tage. Nach 9-12 Monaten kann die einliegende Platte mit Schrauben bei ausreichender Knochenheilung entfernt werden.

 Kniescheibe

Erkrankungen der Kniescheibe lassen sich in 3 Gruppen einordnen: 1. Kniescheibeninstabilität, 2. Kniescheibenschmerzen bei Fehllauf (Maltrackingsyndrome) 3. Kniescheibenarthrose/-knorpelschaden. Hierbei bestehen Überlappungen der einzelnen Gruppen, sodass manche Patienten z.B. sowohl eine Instabilität als auch einen Knorpelschaden der Kniescheibe haben. Die häufigste Ursache für Erkrankungen der Kniescheibe sind angeborene, anatomische Veränderungen der Kniescheibe und ihres Gleitlagers. Diese kommen teilweise in Kombinationen mit sog. Risikofaktoren vor, die Kniescheibeninstabilitäten begünstigen. Dazu gehören u.a. Fehlstellungen des Beines (X-Bein) oder eine Schwäche der Muskulatur und des Halteapparates der Kniescheibe.

Die Analyse der Ursache für Kniescheibenerkrankungen stellt den diagnostisch wichtigsten Schritt dar und ist entscheidend für die weitere Therapiefindung.

Therapie und Operationsverfahren

Nach Analyse der Ursachen wird eine individuelle Therapie festgelegt. Bei Kniescheibeninstabilitäten und symptomatischen Knorpelschäden ist meist eine Operation notwendig. Zur Stabilisierung einer instabilen Kniescheibe (Patella) stehen mehrere OP-Techniken zur Verfügung. Nicht jeder Patient muss hier mit der größten und aufwendigsten Operation versorgt werden. Zum Einsatz kommen rein arthroskopische Verfahren zur Raffung des medialen Halteapparates der Kniescheibe bis hin zu Versetzungen der Kniescheibensehnen- Aufhängung (Versatz der Tuberositas tibiae) und einer Verstärkung des medialen Patello-femoralen Bandes (MPFL) mit einer körpereigenen Sehne (i.d.R.: Gracilissehne).

In seltenen Fällen ist die Verformung des Kniescheibengleitlagers so stark, dass die Form der Gleitrinne, in der die Kniescheibe läuft, vertieft werden muss (Trochleaplastik). Starke Abweichungen der Beinachse können durch eine Korrektur der Beinachse behoben werden.

Bei größeren Schäden sind auch hinter der Kniescheibe alle knorpelreparativen Maßnahmen anwendbar.

Nachbehandlung

Kniescheibenoperationen erfolgen überwiegend stationär. Der Krankenhausaufenthalt beträgt 3-4 Tage. Es kann postoperativ direkt mit Krankengymnastik begonnen werden. Die Belastungsfähigkeit des Kniegelenkes hängt von der Art der individuellen Operation ab. Eine 4-6 wöchige Teilbelastung ist häufig erforderlich.

Schulter

Das Schultergelenk ist das beweglichste Kugelgelenk des Körpers. Es besitzt im Vergleich zum großen Oberarmkopf eine kleinere Gelenkpfanne, welche durch die Gelenklippe (Labrum) vergrößert wird. Die Führung und Stabilisierung erfolgt durch die sog. Rotatorenmanschette, unterstützt von weiteren Muskeln und Bändern. Aufgrund dieser Komplexität des Gelenks mit großen Bewegungsausmaßen gibt es eine Vielzahl von Verletzungsformen. Insbesondere sind hierbei die Luxationen (Ausrenkungen) der Schulter sowie Sehnenverletzungen zu nennen. Auch Überlastungsbeschwerden sowie altersbedingte Verschleißerkrankungen können auftreten.  

 Impingement-Syndrom

Das sog. Impingement-Syndrom oder auch Engpass-Syndrom, beschreibt eine anatomische Einengung unter dem Schulterdach und Oberarmkopf. Anfangs sind hierbei meist belastungsabhängige Schmerzen führend und im Verlauf entwickeln sich Ruhe- und Nachtschmerzen.

Therapie und Operationsverfahren

Bei erfolgloser, mindestens 3 Monate durchgeführter konservativer Therapie, kann im Rahmen einer Gelenkspiegelung der Raum unter dem Schulterdach arthroskopisch erweitert werden. Bei dieser sog. subakromialen Dekompression können beispielsweise Knochensporne und chronisch gereizte Schleimbeutel minimalinvasiv entfernt werden. Ziel ist es, ein besseres Gleiten der Sehnen zu erreichen. Solche Eingriffe können entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden.

Nachbehandlung

Wenn keine begleitenden relevanten Sehnenverletzungen vorliegen bedarf es in der Regel keiner Ruhigstellung des Arms. Es kann somit ab dem ersten Tag nach der Operation mit angeleiteten Bewegungsübungen begonnen werden. Die Fäden werden nach ca. 14 Tagen gezogen. Nach 4 Wochen ist der Arm voraussichtlich im Alltag wieder voll gebrauchsfähig. Überkopfsportarten sollten jedoch erst nach 6-8 Wochen wieder begonnen werden.

 Kalkschulter (Tendinits calcarea)

Von einer sog. Kalkschulter (Tendinitis calcarea) spricht man bei Kalkeinlagerungen im Bereich der Rotatorenmanschette. Die Kalkablagerungen am Schultergelenk bleiben häufig lange symptomlos. Anfangs treten dann Schmerzen bei bestimmten Bewegungen auf. Im Verlauf klagen die Patienten dann häufig über starke Ruhe- und insbesondere Nachtschmerzen. Ein wellenförmiger Verlauf mit wechselnden schmerzfreien und stark beeinträchtigen Phasen ist typisch.

Therapie und Operationsverfahren

Eine operative Therapie ist erst dann indiziert, wenn die konservative Therapie erfolglos bleibt und anhaltende Beschwerden auftreten. Im Rahmen einer Schultergelenksspiegelung (Arthroskopie) wird der Kalkherd lokalisiert und aus der Sehne ausgeräumt. Ergänzend können dabei ein ggf. vorliegender Knochensporn oder ein entzündeter Schleimbeutel mitentfernt werden. Dieser Eingriff kann entweder ambulant oder unter stationären Bedingungen durchgeführt werden.

Nachbehandlung

Wenn keine begleitenden relevanten Sehnenverletzungen vorliegen, bedarf es in der Regel keiner Ruhigstellung des Arms. Es kann somit ab dem ersten Tag nach der Operation mit angeleiteten Bewegungsübungen begonnen werden. Die Fäden werden nach ca. 14 Tagen gezogen. Nach 4 Wochen ist der Arm voraussichtlich im Alltag wieder voll gebrauchsfähig. Überkopfsportarten sollten jedoch erst nach 6-8 Wochen wieder begonnen werden.

 Rotatorenmannschettenläsion

Das Schultergelenk wird durch die sog. Rotatorenmanschette stabilisiert+. Diese Sehnenhaube besteht aus vier Muskeln und zentriert den verhältnismäßig großen Oberarmkopf in der kleineren Schulterpfanne. Verletzungen betreffen häufig die sog. Supraspinatussehne. Rotarorenmanschettenläsionen können verschleißbedingt oder im Rahmen von Unfällen auftreten. Die Beschwerden reichen von Schmerzen bis hin zur Unfähigkeit den Arm vollständig vom Körper abzuspreizen.

Therapie und Operationsverfahren

Nicht alle Rotatorenmanschettenläsionen müssen operiert werden. Gerade bei älteren Patienten kann ggf. durch eine konservative Therapie mit physiotherapeutischer Beübung eine schmerzarme und ausreichende Funktion erreicht werden. Insbesondere bei jüngeren und aktiven Patienten sowie bei Versagen der konservativen Therapie ist jedoch häufig eine operative Versorgung notwendig. Dabei wird eine Schultergelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt. Hierbei können Sehnenschäden und eventuell vorliegende Begleitverletzungen beurteilt werden.

Minimalinvasiv oder über einen zusätzlichen ca. 4 cm langen Hautschnitt können die Sehnenverletzungen mit Hilfe von speziellen Instrumenten und Ankernahtsystemen wieder refixiert werden. Eine Materialentfernung ist dabei im weiteren Verlauf nicht notwendig. Wenn ein Sehnenschaden schon längere Zeit besteht und sich die Sehne weiter zurückgezogen hat, kann es sein, dass diese nicht mehr angenäht werden kann. In solchen Fällen kann der Defekt mittels eines Interponats („Flicken“), einem sog. Patch verschlossen werden.

Nachbehandlung

Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von circa 2 Tagen notwendig. Die Fäden werden nach 12-14 Tagen gezogen. Damit die Sehne wieder fest am Knochen einheilen kann, ist eine spezielle Nachbehandlung notwendig. Dazu muss ein Schulterschlingenverband – ggf. mit Abstützkissen – für 6 Wochen getragen werden. Jeder Patient bekommt ein festgelegtes Nachbehandlungsschema, welches die weitere ambulante Weiterbehandlung vorgibt. Eine physiotherapeutische Nachbehandlung sowie Übungen in Eigenregie sind notwendig um einen guten Behandlungserfolg zu erzielen. Der Arm ist erst ca. 4 Monate nach der Operation wieder richtig belastbar.

 Verletzung der langen Bizepssehne (SLAP-Läsion)

Die Schultergelenkpfanne (Glenoid) wird durch die Gelenklippe (Labrum) vergrößert. Am oberen Rand hat die lange Bizepssehne ihren Ursprung, den sog. Bizepssehnenanker. Verschleißbedingt, durch Überlastung oder Unfälle kann es zu Verletzungen des Bizepssehnenankers kommen (SLAP-Läsion). Verletzungen der Führungsschlinge der Sehne am Ausgang des Schultergelenks werden als Pulley-Läsion bezeichnet.

Therapie und Operationsverfahren

Bei Versagen der konservativen Therapie und starker Schädigung der Bizepssehne kann die lange Bizepssehne durchtrennt und ggf. zusätzlich unterhalb des Gelenkkopfes am Oberknochen fixiert (Tenodese) werden. Hierzu wird zuerst eine Schultergelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt und im Anschluss ggf. minimalinvasiv über einen Zusatzschnitt die Sehne fixiert.  

Nachbehandlung

Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von circa 2 Tagen notwendig. Die Fäden werden nach ca. 14 Tagen gezogen. Damit die Sehne fest im Knochen einheilen kann, besteht bei allen Bewegungsübungen eine Gewichtslimitierung von 1 kg für 6 Wochen. Eine Ruhigstellung ist nicht notwendig. Volle Belastbarkeit besteht nach ca. 3 Monaten.

 Schultergelenkssteife (Frozen Shoulder)

Unter Schultergelenkssteife (Frozen Shoulder) versteht man eine chronische, entzündliche Veränderung im Bereich der Schultergelenkkapsel mit einer zeitweisen Einsteifung und Bewegungseinschränkung. Diese Einsteifung kann sowohl ohne erkennbare Ursache oder auch nach Verletzungen und Operationen auftreten. Bestimmte Erkrankungen wie beispielsweise ein Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung erhöhen das Risiko für eine Schultersteife.

Die Erkrankung verläuft regelhaft in drei Phasen. Zuerst bestehen vorwiegend Ruhe- und Nachtschmerzen und es kommt zu einer zunehmenden Einsteifung. Im zweiten Stadium lassen die Beschwerden häufig nach, die Beweglichkeit bleibt jedoch weiter eingeschränkt. Insbesondere die Außendrehung des Arms ist davon betroffen. Im dritten Stadium kommt es zu einer schrittweisen Verbesserung der Beweglichkeit. Die Verläufe sind individuell verschieden. Die Krankheitsdauer variiert zwischen mehreren Monaten bis hin zu wenigen Jahren.

Therapie und Operationsverfahren

Die konservative Therapie besteht aus einer Kombination von Schmerzmedikamenten und begleitender Physiotherapie. Unterstützend kann eine Kortisontherapie in Tablettenform durchgeführt werden. Bei anhaltenden Beschwerden über mehr als sechs Monate kann bei ebenfalls anhaltender Bewegungseinschränkung eine Arthrolyse und Narkosemobilisation erwogen werden. Dabei werden im Rahmen einer Schultergelenkspiegelung (Arthroskopie) Narbenstränge im Schultergelenk gelöst und die geschrumpfte Gelenkkapsel erweitert.

Nachbehandlung

Nach der Operation ist ein stationärer Aufenthalt von mehreren Tagen notwendig. Ziel ist es, nach der Operation, – in der Regel unter Zuhilfenahme von regionalen Anästhesieverfahren – die Schulter schmerzfrei physiotherapeutisch zu beüben. Auch eine Fortführung der Krankengymnastik im Anschluss an den stationären Aufenthalt ist essenziell. Wenn möglich, sollte die anschließende ambulante Nachbehandlung bereits vor dem operativen Eingriff organisiert werden.

 Schulterverrenkung (Luxation) und chronische -instabilität

Die Verrenkung der Schulter ist eine häufige Verletzung und bedarf der akuten Therapie mit Wiedereinrenkung. Nachfolgend sollte immer ein MRT durchgeführt werden, um Begleitverletzungen zu erfassen. Insbesondere bei jungen, sportlich oder beruflich hochaktiven Menschen ist häufig die Operation erforderlich, um ein erneutes Luxationsereignis zu verhindern. Zudem ist bei Patienten über 40 Jahren die Rotatorenmanschette gefährdet, diese wäre zwingend zu behandeln. Ist es bereits zu mehrfachen Luxationen gekommen, muss eine CT-Untersuchung klären, ob auch die knöcherne Pfanne bereits geschädigt ist.

Therapie und Operationsverfahren

Ziel der meist arthroskopisch durchzuführenden operativen Therapie ist die Stabilisierung der Schulter. Die häufig gerissene Gelenklippe wird wieder befestigt und ggf. auch die Gelenkkapsel gerafft. Bei chronischer Instabilität und Knochenverlust muss offen chirurgisch entweder ein Knochenspan vom Beckenkamm oder aber eine Operation nach LATARJET mit Versatz des Rabenschnabelfortsatzes an die Gelenkpfanne erfolgen. I.d.R. ist hierfür eine stationäre Therapie mit 2-5 Tagen Aufenthalt erforderlich.

Nachbehandlung

Nach der OP erfolgt eine Ruhigstellung für 4 Wochen in einem Schlingenverband. Physiotherapie muss etwa 2-3 Monate lang erfolgen. Die verwendeten Implantate können im Körper verbleiben.

 Schultereckgelenksprengung

Die akute Schultereckgelenksprengung (AC Gelenk Luxation) ist häufig eine Folge von Stürzen auf den Arm oder auf die Schulter. Je nach Ausprägung der Instabilität ist eine konservative oder operative Therapie möglich bzw. erforderlich. Während die konservative Therapie v.a. Schmerztherapie – ggf. kurzzeitige Ruhigstellung und Krankengymnastik – beinhaltet, muss die operative äußerst zeitnah innerhalb von zwei Wochen nach dem Unfall erfolgen.

Therapie und Operationsverfahren

Es gibt eine Vielzahl operativer Verfahren zur Behandlung dieser Verletzung. Wir favorisieren die Arthroskopie (Spiegelung) der Schulter, auch um Begleitverletzungen mit zu erfassen und zu behandeln. Dann erfolgt die arthroskopisch gestützte Stabilisierung über ein Flaschenzugprinzip (Dog Bone® Verfahren). Dieses erspart zudem die im Falle einer Stabilisierung über eine Hakenplatte erforderliche Entfernung des Metalls nach vier Monaten.

Im Falle einer länger als drei Wochen zurückliegenden Verletzung ist nicht mehr mit einer ausreichend stabilen Narbenbildung zu rechnen und es muss zusätzlich zum o.g. Verfahren eine Sehne (Hamstringsehne aus der gleichseitigen Oberschenkelrückseite) eingezogen werden. Der Eingriff erfolgt stationär, der Aufenthalt dauert i.d.R. 2-5 Tage.

Nachbehandlung

Die Schulter wird nach der OP für 2 Wochen im Schlingenverband ruhiggestellt, gefolgt von einer weitergehenden nächtlich Ruhigstellung über weitere 2 Wochen. Nach 6 Wochen beginnt der gezielte Belastungsaufbau. Die verwendeten Implantate können im Körper verbleiben.

Sprunggelenk

Durch das Sprunggelenk erlangt der Fuß die notwendige Bewegungsfreiheit, um sich während des Gehens und Laufens dem Untergrund anzupassen. Die Sprunggelenksverdrehung mit Zerrung oder Riss der Außenbänder ist die häufigste Sportverletzung des Menschen. Nach häufig gerechtfertigter konservativer Therapie, sollte bei bestimmten Verletzungsmustern eine operative Behandlung erfolgen. Auch können Verletzungsfolgen wie verbliebene Instabilität, überschießende Vernarbung und Knorpelschäden dauerhaft Probleme machen und bedürfen der Therapie.

 Vorderes und hinteres Impingement

Schmerzhafte narbige Verwachsungen oder Knochenvorsprünge entstehen häufig nach einer Sprunggelenkverletzung mit Beteiligung des Kapsel-Bandapparates. In der Folge kommt es zu einer narbigen Ausheilung der verletzten Strukturen. Bei übermäßiger Narbenbildung können diese bei Bewegung in den Gelenkspalt einklemmen und Schmerzen verursachen (sog. Narben-Impingement).

Therapie und Operationsverfahren

Störende Narbenstränge oder Knochenvorsprünge im Sprunggelenk können durch spezielle klinische Untersuchungsmethoden und im MRT festgestellt werden. Bei anhaltenden Schmerzen, können diese durch eine kurze Operation in arthroskopischer Technik entfernt werden. Dabei werden die Verwachsungen oder Knochenvorsprünge mit einer Weichteil- oder Knochenfräse unter Kamerasicht abgetragen.

Nachbehandlung

Das Sprunggelenk darf direkt nach der Operation frei bewegt und schmerzabhängig voll belastet werden. In der Regel erfolgt die Mobilisation bis zur Abschwellung des Gelenkes für 2-3 Tage an Unterarmgehstützen. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3 Tage.

 Knorpelschäden am oberen Sprunggelenk

Die Gelenkfläche ist von einer Knorpelschicht überzogen, welche die Druck- und Scherkräfte im Gelenk aufnimmt und wie ein Stoßdämpfer wirkt. Es gibt verschiedene Ursachen der Knorpelschädigung. Häufig wird er akut durch ein Unfallereignis, eine chronische Gelenkinstabilität oder allgemeinen Verschleiß (Arthrose) geschädigt und verursacht Schmerzen. Bei einer akuten Knorpelschädigung ist das Behandlungsziel, den eigenen Knorpel zu erhalten und – wenn erforderlich – durch eine Operation wieder im Gelenk zu befestigen. Bei schmerzhaften chronischen Knorpelschäden, kommen in Abhängigkeit vom Schädigungsausmaß verschiedene knorpelersetzende Therapieverfahren zur Anwendung.

Therapie und Operationsverfahren

Schmerzhafte Knorpelschäden am Sprunggelenk erfordern in der Regel eine knorpelersetzende Therapie. In Abhängigkeit von der Knorpeldefektgröße und -lokalisation kommen hierbei minimal invasiv arthroskopische und offene Verfahren zum Einsatz.

Kleinere Knorpeldefekte können durch ein knochenmarkstimulierendes Verfahren (Mikrofrakturierung / Nanofrakturierung) arthroskopisch behandelt werden. Dabei werden kleine Knochenbohrungen in den Knorpeldefekt gesetzt, damit durch einströmende Stammzellen ein Ersatzknorpel gebildet wird. Bei größeren Knorpeldefekten wird zusätzlich zu den Knochenbohrungen auf den Defekt eine spezielle Membran gelegt (AMIC, HyaloFast), um die Knorpelbildung zusätzlich anzuregen. Bei tiefen Knorpel-Knochendefekten muss der Defekt mit körpereigenem Knochenmaterial zuerst aufgefüllt werden, welches in der Regel aus dem Schienbein entnommen wird.

In wenigen Fällen ist auch eine Knorpel-Knochen-Transplantation (OATS) erforderlich. Dabei werden Knorpel-Knochen-Zylinder mit einer Stanze im Knie entnommen und anschließend in den Defekt am Sprunggelenk eingebracht.

Bei begleitender Instabilität des Sprunggelenkes wird diese in der gleichen Operation durch eine Bandrekonstruktion mitbehandelt.

Nachbehandlung

Das Sprunggelenk darf nach der Operation mindestens 6 Wochen nicht belastet werden, damit sich ein stabiles Knorpelersatzgewebe bilden kann. Während dieser Zeit wird das Gelenk durch den Einsatz von Unterarmgehstützen entlastet. Wenn zusätzlich noch eine Bandstabilisierung durchgeführt wird, ist eine spezielle Schiene zur Ruhigstellung des Sprunggelenkes erforderlich. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage.

 Chronische Sprunggelenkinstabilität

In ca. 20-40% der Fälle verbleibt nach einer Bandverletzung am oberen Sprunggelenk eine chronische Instabilität. Diese macht sich dann durch häufiges Umknicken oder ein Instabilitätsgefühl auf unebenem Untergrund bemerkbar. Viele Patienten sind deshalb im Alltag eingeschränkt bzw. kehren nicht mehr in ihre sportliche oder auch berufliche Belastbarkeit zurück. Verbleibt ein Instabilitätsgefühl trotz ausreichender Rehabilitationsmaßnahmen, kommt es durch eine bandstabilisierende Operation häufig zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität und Arbeits- und Sportfähigkeit.

Therapie und Operationsverfahren

Eine chronische Instabilität des Sprunggelenkes wird durch klinische Untersuchungsmethoden festgestellt, häufig ist dabei das Außenband betroffen. Im MRT können zusätzliche Begleitverletzung (z.B. Knorpelschäden) festgestellt werden, um die richtige Therapie festzulegen.

Bei einer chronischen Außenbandinstabilität wird der außenseitige Kapselband-Apparat in arthroskopischer oder offener Technik gerafft und mit Fadenankern an seinem Ursprungspunkt am Außenknöchel wieder befestigt (Operation nach Broström/Gould). Bei einer ausgeprägten Instabilität (z.B. bei allgemeiner Hyperlaxizität) oder bei Revisionsoperationen, wird das Außenband durch eine körpereigene Sehne verstärkt.

Nachbehandlung

Für 6 Wochen wird nach der Operation eine spezielle Schiene am Sprunggelenk getragen, um dieses zu schützen. Zusätzlich ist eine Teilbelastung mit ca. 20 kg Körpergewicht an Unterarmgehstützen für ca. 4 Wochen erforderlich. Der

Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage.

 Syndesmosenverletzung

Die Syndesmose ist eine komplexe Bandverbindung zwischen Schienbein und Wadenbein, welche aus mehreren Anteilen besteht und das Sprunggelenk stabilisiert. Ein Syndesmosenriss stellt eine schwerwiegende Begleitverletzung einer Sprunggelenksdistorsion oder eines Sprunggelenkbruches dar. Ein stabiler Teilriss der Syndesmose kann konservativ behandelt werden, ein vollständiger Riss der Syndesmose ist instabil und bedarf in der akuten (< 3 Wochen) oder chronischen Situation in der Regel einer operativen Stabilisierung.

Therapie und Operationsverfahren

Bei einer akuten instabilen Syndesmosenverletzung wird durch eine Operation die Syndesmose genäht und das Wadenbein mit dem Schienbein durch eine Schraube oder ein spezielles dynamisches Flaschenzugsystem (TightRope) oberhalb des Sprunggelenkes verbunden. So kann der Bandkomplex stabil ausheilen.

Bei fraglicher Stabilität der Syndesmosenverletzung oder in einer chronischen Situation, wird eine Arthroskopie durchgeführt um die Stabilität der Syndesmose zu beurteilen. In Abhängigkeit vom Ausmaß der Instabilität kann die Syndesmose dann durch ein dynamisches Flaschenzugsystem (TightRope) oder zusätzlich noch durch eine Bandrekonstruktion mit einer körpereigenen Sehne stabilisiert werden.

Nachbehandlung

Das Sprunggelenk darf nach der Operation für 6 Wochen nicht belastet werden und wird für 4 Wochen in einer Schiene ruhig gestellt. Während dieser Zeit wird das Gelenk durch den Einsatz von Unterarmgehstützen entlastet. Wenn eine Schraube zur Stabilisierung eingebracht wurde, wird diese vor der Aufbelastung zunächst entfernt. Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 3-4 Tage.

Ellenbogen

Der Ellenbogen ist ein überaus komplexes Gelenk, bei dem drei Knochen über drei Teilgelenke und einen innen- und außenseitigen Bandapparat geführt werden. Verletzungen des Gelenkes wiegen häufig schwer, sind fast immer langwierig und leider auch nicht selten mit langfristigen Schäden verbunden. Die zeitnahe Einschätzung der Verletzung durch erfahrene Ärzte ist von besonderer Bedeutung, um die Fälle sicher herauszufiltern, die einer operativen Versorgung bedürfen. Kommt es zu chronischen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach einem Unfall, sind diese häufig Ausdruck einer nicht erkannten und verbliebenen Instabilität nach Verletzungen. Hieraus resultiert dann neben der primären Schädigung durch den Unfall oft auch eine zunehmende Arthrose.

 Ellenbogenverrenkung (-luxation), Seitenbandriss am Ellenbogen

Die Ellenbogenluxation ist ein Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert. Die Verletzung selber kann aber sehr unterschiedliches Ausmaß annehmen und sollte nach der Erstbehandlung durch erfahrene Ärzte weiterversorgt werden. Der Seitenbandriss ist meist eine weniger schwere Verletzung, kann des Öfteren aber auch eine zunächst unbemerkte, Verrenkung gewesen sein und dann auch eine Operation notwendig machen. Zur Beurteilung der Verletzungsfolgen sind immer das Röntgen und eine Kernspintomographie, manchmal auch ein CT erforderlich.

Therapie und Operationsverfahren

In vielen Fällen ist eine konservative Therapie möglich, manchmal ist jedoch auch eine Operation nötig. Letztere sollte dann wiederum innerhalb von 14 Tagen erfolgen. Hier ist i.d.R. – neben der Arthroskopie (Spiegelung) – ein offen chirurgisches Vorgehen mit ggf. Einrichtung und Verschraubung von knöchernen Begleitverletzungen, Naht der Bänder und ggf. Behandlung von Knorpelschäden erforderlich. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert i.d.R. 2-3 Tage.

Nachbehandlung

Nach der OP erfolgt eine kurzfristige Ruhigstellung in einer Schiene, danach die Ausbehandlung in einer Bewegungsorthese. Intensive Physiotherapie ist für ca. 2 Monate erforderlich.

 Ellenbogenarthrose/-bewegungseinschränkung

Die Ellenbogenarthrose tritt häufig bei langjährigen schweren körperlichen Tätigkeiten insbesondere bei der regelmäßigen Verwendung von Pressluftwerkzeugen auf. Aber auch Unfälle können früh oder erst nach Jahren zur Arthrose führen. Die Arthrose führt zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen. Zur Diagnostik gehören neben der eingehenden Untersuchung das Röntgen, ein MRT und manchmal auch ein CT.

Therapie und Operationsverfahren

In schweren Fällen – insbesondere bei vorliegender Steife bzw. Bewegungseinschränkung oder fehlgeschlagener konservativer Therapie – ist eine Operation sinnvoll bzw. erforderlich. In den meisten Fällen kann eine Befreiung des Gelenkes von freien Gelenkkörpern und Verwachsungen und Verklebungen – eine sog. arthroskopische Arthrolyse – durchgeführt werden. Knochensporne werden hierbei abgetragen und ggf. eine verkürzte Gelenkkapsel gespalten. Seltener sind offenen Verfahren erforderlich.

Nachbehandlung

Diese Eingriffe können nur unter stationären Bedingungen mit häufig 5-7-tägiger Liegedauer und intensiver Physiotherapie unter Schmerzkatheterbehandlung durchgeführt werden. Sie sollten schon vor der OP Physiotherapietermine im Anschluss organisieren. Sprechen Sie uns gerne hierauf an. Nach der Entlassung müssen Sie mit einer weiteren, häufig über 2-3 Monate andauernden Therapie rechnen.

 Tennisarm/Golferellenbogen

Der Tennisarm und auch der Golferellenbogen beschreiben einen Schmerzzustand auf der Außen- bzw. Innenseite des Ellenbogengelenkes. Häufig treten diese nach einer außergewöhnlich hohen, ungewohnten Belastung auf.

Therapie und Operationsverfahren

Sowohl der akute, als auch der chronische Tennis- und Golferellenbogen sollten zunächst konservativ behandelt werden. Erst wenn dies fehlschlägt, kann an eine Operation gedacht werden. Hier sollte dann in jedem Fall auch eine Arthroskopie (Spiegelung) erfolgen, um gelenkseitige Ursachen, wie beispielsweise eine Instabilität nach mehrfacher Spritzentherapie oder Voroperation, zu erfassen.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung sieht eine weitergehende begleitende Physiotherapie vor. Diese umfasst 6-8 Wochen mit einer Belastungsreduktion. Bei höhergradigen Schäden mit Instabilität und erforderlicher Bandplastik dauert die Nachbehandlung allerdings deutlich länger.

 Chronische Ellenbogeninstabilität (Werferellenbogen)

Chronische Instabilitäten ergeben sich aus nicht erkannten oder nicht ausreichend ausgeheilten Verletzungen des Innen- und/ oder Außenbandapparates. Dem so genannten Werferellenbogen (häufig bei Wurfsportarten wie Baseball, Handball usw.) liegt eine chronische Überlastung des Innenbandapparates zugrunde.

Therapie und Operationsverfahren

Über konservative krankengymnastische Behandlung und Training der Muskulatur sowie Reduktion der Belastung kann eine Besserung erzielt werden. Häufig ist dies aber nicht von Dauer und der Bandapparat muss durch eine Sehnenersatzoperation versorgt werden. Hierzu ist dann vorab eine Arthroskopie (Spiegelung) des Gelenkes erforderlich, um das genaue Ausmaß der Instabilität zu erfassen. Im Weiteren wird dann entweder ein Teil der Trizepssehne aus dem Oberarm oder eine der Hamstring-Sehnen der Oberschenkelrückseite verwendet, über den der Bandapparat im Rahmen einer offenen Operation ersetzt wird. Der Aufenthalt im Krankenhaus dauert i.d.R. 2-5 Tage.

Nachbehandlung

Nach der OP erfolgt eine kurzfristige Ruhigstellung in einer Schiene, danach die Ausbehandlung in einer Bewegungsorthese. Intensive Physiotherapie ist für ca. 3 Monate erforderlich. Die verwendeten Implantate können im Körper verbleiben.

 Knorpelschaden/Osteochondrosis dissecans

Die Gelenkfläche ist von einer Knorpelschicht überzogen, die wie ein Stoßdämpfer wirkt. Es gibt verschiedene Ursachen der Knorpelschädigung. Häufig wird er akut durch ein Unfallereignis, eine chronische Gelenkinstabilität oder allgemeinen Verschleiß (Arthrose) geschädigt und verursacht Schmerzen. Bei einer akuten Knorpelschädigung ist das Behandlungsziel, den eigenen Knorpel zu erhalten und – wenn erforderlich – durch eine Operation wieder im Gelenk zu befestigen. Bei schmerzhaften chronischen Knorpelschäden, kommen in Abhängigkeit vom Schädigungsausmaß verschiedene knorpelersetzende Therapieverfahren zur Anwendung.

Bei einer Osteochondrosis dissecans (OD) wird ein Teil der knorpeligen Gelenkfläche mit anhängendem Knochenanteil vom Körper abgestoßen und kann sich dann auch aus dem Verbund heraus lösen.

Therapie und Operationsverfahren

Wann immer es möglich ist, sollten frisch abgeschlagene und herausgelöste Knorpelfragmente wieder befestigt werden. Wenn Knorpel unwiederbringlich zerstört ist, kann bei Verletzungen von begrenztem Ausmaße eine Knorpelreparatur über verschiedene Möglichkeiten erfolgen. Ggf. kommen hier auch spezielle Membranen zum Einsatz. Diese Eingriffe können nur unter stationären Bedingungen erfolgen und ziehen je nach Ausmaß einen Aufenthalt von ca. 2-5 Tagen nach sich.

Nachbehandlung

Nach einer Knorpeloperation muss die Belastung für 6 Wochen streng reduziert werden. Die Beweglichkeit wird meist nicht eingeschränkt.

 Freie Gelenkkörper

Freie Gelenkkörper haben ihre Ursache meist in einer fortgeschrittenen Arthrose, einer Osteochondrosis dissecans oder Unfallfolge. Die Symptome sind wiederkehrende Einklemmungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkung.

Therapie und Operationsverfahren

Die Operation kann arthroskopisch erfolgen und sieht die Entfernung der störenden Teile vor. Diese Eingriffe können meist auch unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung ist meist unkompliziert und kann funktionell erfolgen.

  Chefarzt

Dr. med. Christian Schoepp

Sekretariat :
Meike Feyerabend

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