Was kann Sie erwarten?

Häufig sind Patienten nur für kurze Zeit auf der Intensivstation und der Zustand bessert sich so schnell, dass eine Verlegung zur Normalstation schon nach wenigen Tagen möglich ist. In vielen Fällen ist der Gesundheitszustand der Patienten jedoch leider so kritisch, dass Organe in ihrer Funktion eingeschränkt sind, oder sogar komplett ausfallen. Um diese kritischen Phasen zu überbrücken, werden verschiedene medizinische Geräte die Organfunktion ersetzen. Diese Geräte sind ein wichtiger Bestandteil der modernen Intensivmedizin und unersetzlich, um schwer erkrankten Patienten eine Genesung zu ermöglichen.

 Struktur und Aufgabe einer Intensivstation

In allen Zimmern der Intensivstation gibt es Monitore und Spritzenpumpen, die über Schläuche oder Kabel mit den Patienten verbunden sind. Diese dienen unter anderem dazu – z.T. wiederholt – Messungen durchzuführen, um die Herzkreislauf-Funktion minutiös zu überwachen und kontinuierlich behandeln zu können. Oft werden noch zusätzliche Geräte angeschlossen, die z.B. die Nierenfunktion ersetzen, oder die Körpertemperatur in einem gewünschten therapeutischen Bereich einstellen. Darüber hinaus werden Intensivpatienten oft künstlich beatmet, etwa über eine Beatmungsmaske, die vor Mund und Nase befestigt wird. Meist wird dazu jedoch ein Beatmungsschlauch (Tubus) durch den Mund in die Luftröhre eingelegt. Damit die Patienten die Situation nicht bewusst wahrnehmen und der Beatmungsschlauch nicht störend wirkt, erhalten sie dann beruhigende Medikamente.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Ist eine längere Beatmungstherapie erforderlich, wird meist eine sog. Dilatationstracheotomie durchgeführt, um das Komplikationsrisiko zu reduzieren. Dilatationstracheotomie bedeutet, dass in Narkose ein Luftröhrenschnitt vorgenommen wird und der Beatmungsschlauch dann nicht durch den Mund, sondern direkt durch die Haut in der Luftröhre einliegt. In dieser Situation kann der Patient wach werden, ohne dass ihn der Beatmungsschlauch stört. Allerdings ist es ihm nicht möglich zu sprechen, was für alle Beteiligten ein hohes Maß an Verständnis und Geduld erfordert. Zur Verständigung stellen wir Ihnen gerne Schreibutensilien oder Buchstabentafeln zur Verfügung.

Vor aller hochtechnisierten „Gerätemedizin“ steht jedoch auf unserer Station der Mensch im Mittelpunkt. Wir werden stets darauf achten, dass unsere Patienten keine Schmerzen haben und nicht unter den diversen Maßnahmen leiden müssen.

 Gesetzliche Betreuung

Notfallmaßnahmen und kritische Interventionen, wie z.B. Operationen, werden auf unserer Station sofort und im Sinne des mutmaßlichen Patientenwillens durchgeführt, wenn sich sonst die Heilungschancen verschlechtern. Geplante, invasive Maßnahmen, die ohne zeitlichen Druck erfolgen können, bedürfen dagegen der Zustimmung des Patienten. Sollte der Patient aufgrund seiner Erkrankung nicht einwilligungsfähig sein, werden diese Maßnahmen erst dann durchgeführt, wenn die Einwilligung eines gesetzlichen Vertreters vorliegt.

Seien Sie deshalb nicht überrascht, wenn wir Sie auf dieses Vorgehen ansprechen. Die Mitarbeiter des Sozialdienstes im BG Klinikum Duisburg werden Sie beraten und in enger Abstimmung mit Ihnen und Ihrer Familie beim zuständigen Amtsgericht die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung für medizinische Fragen beantragen. Im weiteren Verlauf wird der benannte Betreuer alle Informationen vom Amtsgericht erhalten und ist unser verbindlicher Ansprechpartner für die Zustimmungen zu medizinischen Maßnahmen. Dies gilt solange, bis der Patient soweit genesen ist, dass er wieder für sich selbst entscheiden kann.

  Leitender Arzt

Dr. med. Carsten Hermann

Sekretariat :
Angelika Stempel

  0203 7688-3299 oder -3235   0203 7688-443566 carsten.hermann@bg-klinikum-duisburg.de