Was können Sie tun?

Oft ist die Tatsache, dass ein Patient auf die Intensivstation verlegt wurde, für Angehörige nur schwer zu verstehen und führt zu Unsicherheit. Scheuen Sie sich deshalb nicht, uns Ihre Sorgen oder Fragen mitzuteilen. Nur dann können wir Ihnen helfen und den aktuellen Zustand Ihres Angehörigen verständlich erklären.

 Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit

Im Rahmen der Behandlung auf der Intensivstation kann es vorkommen, dass Patienten ihre zeitliche und räumliche Orientierung verlieren. Obwohl dieser Zustand in den meisten Fällen spontan überwunden wird, ist er für die Angehörigen schwer zu verstehen und sehr besorgniserregend. Gerade in dieser Phase ist es von großem Vorteil, wenn der Patient eine möglichst gewohnte und vertraute Atmosphäre um sich herum hat. Fotos der Familie und der Freunde am Patientenbett, oder die Ansprache von einer vertrauten Stimme sind wichtige Bausteine, um diese akute Phase der Orientierungslosigkeit und Verwirrtheit zu überwinden. Lesen Sie z.B. ein Buch vor, dass der Patient kennt und mit einer positiven Erinnerung verbindet. Oder lassen Sie ihn über Kopfhörer Musik hören, die ihm gefällt.

 Hygiene

Auf Intensivstationen muss in ganz besonderem Maße auf die Einhaltung der Hygiene-Regeln geachtet werden. Dieses betrifft die Mitarbeiter, aber natürlich auch die Besucher. Händedesinfektion steht dabei an erster Stelle. Im Eingangsbereich der Intensivstation und in jedem Patientenzimmer werden Sie deshalb Desinfektionsmittel-Spender vorfinden. Bitte desinfizieren Sie bei Betreten der Station, vor und nach jedem Kontakt mit dem Patienten und beim Verlassen der Station sorgfältig Ihre Hände. Dazu müssen Sie das Desinfektionsmittel mind. 30 Sekunden in beiden Händen verreiben.

Wundern Sie sich zudem nicht, dass unsere Mitarbeiter Sie nicht per Handschlag begrüßen. Das ist kein Zeichen der Unfreundlichkeit, sondern ein weiterer Baustein zur Einhaltung der Händehygiene.

 Multi-resistente Keime

Alle Krankenhäuser achten mit größter Sorgfalt darauf, dass sich sog. multiresistente Keime nicht ausbreiten. Aber was sind das eigentlich für Keime, die aus den Medien unter den Namen MRSA oder MRGN bekannt sind? Dabei handelt es sich um Bakterien, die bereits seit Jahrzehnten häufig die Ursache für Infektionen sind, die in der Regel mit Antibiotika behandelt werden müssen. Multiresistent bedeutet dabei, dass diese Bakterien im Laufe der Zeit Abwehrmechanismen gegen viele Antibiotika entwickelt haben und somit nur noch mit einigen wenigen sog. Reserve-Antibiotika behandelt werden können. Multiresistente Keime sind nicht gefährlicher als ihre weniger resistenten Verwandten und lösen auch keine schwereren Erkrankungen aus. Dennoch sind in diesen Fällen erhöhte Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, da die Übertragung der Bakterien auf andere Patienten oder Besucher unbedingt vermieden werden muss. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, ist das Auftreten solcher resistenter Keime in seltenen Fällen möglich. Insbesondere Patienten, die häufig und/ oder über längere Zeit im Krankenhaus waren und dort regelmäßig Antibiotika verabreicht bekamen, sind gefährdet.

Schutzmaßnahmen bei multiresistenten Keimen

Werden bei einem Patienten multiresistente Bakterien nachgewiesen, wird er in ein Einzelzimmer verlegt und das Zimmer darf nur von Mitarbeitern und Besuchern betreten werden, die einen Überkittel, Handschuhe, Mundschutz und Kopfhaube übergezogen haben. Unsere Mitarbeiter werden Sie hierzu genau informieren. Lassen Sie sich nicht abschrecken, den Patienten zu berühren und sich im Zimmer ganz normal zu bewegen. Es handelt sich lediglich um eine Schutzmaßnahme, um die Verbreitung dieser Bakterien auf andere Patienten zu vermeiden. Natürlich müssen Sie die oben beschriebene Händedesinfektion gewissenhaft durchführen und darauf achten, dass Sie sich nicht mit Handschuhen ins Gesicht greifen.

Alle Patienten, die aus einem anderen Krankenhaus zu uns verlegt werden, behandeln wir zunächst vorsichtshalber so, als würde bei diesen ein resistenter Keim vorliegen. Je nach Situation können wir innerhalb einiger Stunden oder weniger Tage ausschließen, dass multiresistente Keime „mitgebracht“ wurden und die beschriebenen Schutzmaßnahmen werden dann aufheben.

 Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie

Intensivmedizin ist Team-Arbeit! Neben den Ärzten und Pflegekräften begegnen Sie daher auf unserer Intensivstation meist auch Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden. Sehr oft werden Sie zudem bei einem Besuch Patienten außerhalb des Bettes in Spezialstühlen sitzend antreffen. Denn in individueller Absprache mit Ihnen bemühen wir uns darum, Mobilisationsmaßnahmen, die zum Teil intensiver Motivation des Patienten bedürfen, zu den Besuchszeiten durchzuführen. So können Sie Ihren Angehörigen dabei tatkräftig unterstützen. Darüber hinaus erhalten die Patienten viele weitere Maßnahmen wie z.B. Schlucktraining, Sprachtraining, Koordinationsübungen, Gedächtnistraining.

  Leitender Arzt

Dr. med. Carsten Hermann

Sekretariat :
Angelika Stempel

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