Botulinumtoxin- und KV-Ambulanz

In der Klinik für Neurologie und Psychotraumatologie existiert unter der Leitung von Dr. med. Detlev Schneider eine Botulinumtoxin- und KV-Ambulanz. Früher ausschließlich als Lebensmittelgift eingeordnet, kommt das Bakterientoxin heute gereinigt und speziell aufbereitet als Medikament zum Einsatz. Die meisten Menschen kennen Botulinumtoxin von kosmetischen Behandlungen, wie Falten entfernen.

Inzwischen ist Botulinumtoxin auch bei vielen Erkrankungen, z.B. bei unwillkürlichen, krampfartigen Bewegungsstörungen (Dystonien) besonders im Kopf-, Hand- und Fußbereich und bei einer muskulären Spastik (dauerhafte Muskelverkrampfung) – wie sie beispielsweise nach Schlaganfall oder zahlreichen anderen neurologischen Erkrankungen auftreten kann – ein sehr erfolgreich eingesetztes Medikament. Viele neue Indikationen sind in den vergangenen Jahren hinzugekommen, die von den Krankenkassen vollständig übernommen werden.

 Indikationen zur Botulinumtoxin-Behandlung

  • Dystonien:

    • cervikale Dystonie, u.a. Torticollis spasmodicus (Schiefhals), Laterocollis
    • dystoner Kopftremor
    • umschriebene fokale Dystonien, wie

      • Schreibkrampf,
      • Fingerdystonie,
      • Fuß- und Beindystonie

  • Hemispasmus facialis (unwillkürliche einseitige Gesichtzuckungen)
  • Blepharospasmus (unwillkürliches Augenkneifen bis zur Erblindung)
  • axilläre und allgemeine umschriebene Hyperhidrose (Schweißsekretionsstörungen)
  • schwere chronische therapierefraktäre Migräne-Kopfschmerzen
  • muskuläre Spastik nach Schlaganfall und anderen zentralen Erkrankungen
  • kosmetische Botulinumtoxinanwendung (Faltenkorrekturen, Stirnfalten, Krähenfüße, Zornesfalte usw.)
  • urologische, gynäkologische und gastroenterologische Indikationen
  • und vieles mehr, je nachdem, welche neuromuskuläre Störung vorliegt.
 Herkömmliche medikamentöse Behandlung

Bislang scheitert die herkömmliche medikamentöse Behandlung bei solchen Indikationen oft daran, das Nebenwirkungen den erwarteten Behandlungserfolg derart beeinträchtigen, dass die Betroffenen nicht oder nur unzureichend davon profitieren und oft abbrechen müssen. Die klinischen Auswirkungen der neuromuskulären Störungen behindern die Betroffenen selbst bei der Verrichtung einfacher Tätigkeiten zum Teil ganz erheblich und gehen oft auch mit starken Schmerzen einher.

Zusätzlich bedeutet zum Beispiel eine Gesichtsverkrampfung, wie der Blepharospasmus oder ein Schiefhals (Torticollis spasmodicus) eine für den Einzelnen schwer zu verarbeitende Stigmatisierung, die nicht selten auch einen sozialen Rückzug und psychologische Verarbeitungsstörungen (u.a. auch Depressionen) nach sich ziehen kann. Auch eine chronische Schweißsekretionsstörung (Hyperhidrose) ist für viele schwer zu ertragen und nicht selten auch von sekundären psychischen Folgen begleitet.

 Ablauf und Vorteile der Botulinumtoxin-Behandlung

Mit der Botulinumtoxin- und KV-Ambulanz ist unsere Klinik nun in der Lage, den betroffenen Patienten einfach und effizient zu helfen. Auch wenn die Therapie mit Botulinumtoxin nicht neu ist, so existieren bislang nur wenige qualitätszertifizierte Zentren im Umkreis. Betroffene waren daher ihrem Schicksal häufig selbst überlassen, litten an den Symptomen der Erkrankung oder mussten die Nebenwirkungen der verordneten (oralen) medikamentösen Therapie erdulden.

Eine Behandlung mit Botulinumtoxin besteht aus einer Injektion von wenigen Millilitern der Substanz in die betroffenen Muskeln oder die Haut (subcutan) und ist nicht oder nur kaum mit Schmerzen verbunden. Die Wirkung setzt innerhalb von wenigen Tagen ein und hält bis zu 4 Monate an (im Falle von Schweißsekretionsstörungen auch länger). Unterstützend bedarf es in den meisten Fällen einer intensiven krankengymnastischen und oft auch ergotherapeutischen Behandlung der Betroffenen.

Bei der Erstbehandlung in unserem Haus bedarf es einer Überweisung durch einen Neurologen oder Nervenarzt. Bei allen folgenden Vorstellungen einer laufenden Behandlung ist eine Überweisung von einem Vertragsarzt (z.B: Hausarzt) ausreichend.

  Leiter der Botulinumtoxin- und KV-Ambulanz

Oberarzt Dr. med. Detlev Schneider

Facharzt für Neurologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie
Inhaber des Qualitätsnachweises "Qualifizierte Botulinumtoxintherapie" Arbeitskreis Botulinumtoxin (AkBoNT) der DGN
Ambulanz: Montag - Donnerstag 15.30 - 17.00 Uhr

Sekretariat :
Fr. Römer / Fr. Czubak / Fr. Baumgart
Terminvereinbarungen von 10.00 – 14.00 Uhr unter:

  0203-7688 – 3609   0203-7688 – 443151 botoxambulanz@bg-klinikum-duisburg.de