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Im „Moonwalk“ zurück in den Job

Anti-Schwerkraft-Laufband unterstützt Rehabilitation von Sportlern und Unfallopfern

Ein ursprünglich für NASA-Astronauten entwickeltes High-Tech-Gerät kommt jetzt im BG Klinikum Duisburg bei der Rehabilitation von Sportlern und Unfallopfern zum Einsatz: Das sog. Anti-Schwerkraft-Laufband sorgt für fast völlige Schwerelosigkeit im Rahmen des Gang- und Lauftrainings und kann deshalb schon kurz nach Operationen an den unteren Extremitäten genutzt werden.

„Der ‚Moonwalk‘ hilft dabei, Sportler schneller zurück in den Wettkampf und Unfallopfer schneller zurück in Job und Alltag zu bringen“, erklärt Dr. Christian Schoepp die wichtigsten Vorzüge des neuen Therapiegeräts. Schoepp ist Chefarzt der Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin in der Unfallklinik sowie Leiter des Bewegungslabors Athletikum Rhein Ruhr in dessen Räumlichkeiten das Anti-Schwerkraft-Laufband seinen Platz gefunden hat.

Eine Anti-Schwerkraft-Kammer zum Aufblasen

Herzstück des innovativen Gerätes ist die so genannte Differenz-Luftdruck-Technologie. Dazu gehört neben dem eigentlichen Laufband vor allem die „Anti-Schwerkraft-Kammer“, die je nach Körpergewicht des Trainierenden und der gewünschten Entlastung mit Druckluft befüllt wird. Der Rehabilitand schlüpft dazu vor jedem Training in einen innovativen Neoprenshort, der mithilfe eines Reißverschlusses luftdicht an die Anti-Schwerkraft-Kammer angekoppelt wird.

„Das ausgeklügelte Druckluft-System erlaubt es, das Körpergewicht des jeweiligen Rehabilitanden um bis 80 Prozent zu reduzieren“, erklärt Schoepp. Dadurch können Sportler und Unfallopfer u.a. nach der operativen Versorgung von Frakturen an den Beinen oder Knie- und Sprunggelenkverletzungen zeitnah mit der Gang- und Lauftherapie beginnen, ohne dass signifikante Schmerzen auftreten. Abhängig vom Therapieerfolg kann die Schwerkraftwirkung auf dem Laufband später maßgeschneidert für jeden Rehabilitanden kleinschrittig bis zur Vollbelastung erhöht werden.

Digitale Ganganalyse unterstützt den Therapieerfolg

Ein weiterer Clou des neuen Geräts im BG Klinikum Duisburg: Es verfügt über eine Videokamera und eine computergestützte Ganganalyse, die jeden Schritt des Trainierenden aufzeichnen und auswerten. Dadurch erhält das Reha-Team aus Sportwissenschaftlern, Physiotherapeuten und Gehschullehrern hilfreiche Informationen zu entscheidenden Trainingsparametern des jeweiligen Probanden wie Schrittlänge und -frequenz oder Gewichtsverteilung.

„Mithilfe eines integrierten Touchscreens können wir die Daten jederzeit abrufen und den Rehabilitanden ihre Fortschritte schnell und einfach vor Augen führen“, sagt der Sportwissenschaftler Dr. Christian Raeder aus dem Athletikum Rhein Ruhr. Anhand der Auswertung ließen sich aber auch Schlüsse ziehen, wie das Gangbild weiter optimiert und die Mobilisierung individuell verbessert werden könne.

Viele Vorteile für Körper und Geist

„Durch das neue Anti-Schwerkraft-Laufband können wir zum frühest möglichen Zeitpunkt mit der Rehabilitation beginnen“, fasst Raeder zusammen. Dies verhindere u.a. einen starken Muskelabbau in der von der Verletzung betroffenen unteren Extremität. Darüber hinaus bleiben der individuelle Laufstil und -rhythmus sowie die bewährten Bewegungsmuster erhalten und das bei herkömmlicher Rehabilitation oft beobachtete „Schonungshinken“ entfällt.

Vorteile ergeben sich aber auch für die Psyche der Rehabilitanden: „Die Erfahrung schon kurz nach der Verletzung wieder ‚normal‘ laufen zu können, ist für die Nutzer eminent wichtig“, erklärt Raeder. Sie hätten das Gefühl, dass es gut voran geht mit dem Fitwerden und ihre Motivation zu trainieren, bleibe dadurch sehr hoch.

Anti-Schwerkraft-Laufband ergänzt normale Therapie

So vielversprechend die ersten Erfahrungen mit dem Anti-Schwerkraft-Laufband auch sind, es ist nur ein Baustein für eine gelungene Rehabilitation von Sportlern und Unfallopfern. „Das Training in der Schwerelosigkeit ergänzt die normale Therapie des Reha-Teams“, so Raeder abschließend. Ersetzen könne das Anti-Schwerkraft-Laufband diese aber nicht.

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